Energie-Score

Der EQ-Score

Der Energie-Score der Ethiktech GmbH, ist einfach und transparent: Der Preis wird einfach mit der landestypischen EQK (Energiequantitätskennzahl) KWH/€ multipliziert. Die EQK ergibt sich, wenn man die BIP-Neuverschuldung* eines Landes durch dessen Primärenergieverbrauch dividiert. Schon weiß man wieviel Energie in Kilowattstunden pro Euro Wirtschaftsgut durchschnittlich aufgewendet werden. Wird ein Preis mit seiner EQK multipliziert, ergeben sich die energetischen Einnahmen die der Hersteller für seine Ware erhält.

*während die Neuverschuldung in Europa eine untergeordnete Rolle spielt, liegt sie z.B. in China oft nahe 50%.

Für Energie gilt der Energieerhaltungssatz und es ist für diese Betrachtung unerheblich wo sie steckt, ganz gewiss geht sie irgendwo hin. Sie konzentriert sich eben nicht nur im eigentlichen Fertigungsverfahren – was andere Scores hauptsächlich bewerten – sondern steckt bei Markenprodukten die Energie überproportional in die Werbung, bei stark verschuldeten Unternehmen in Kredit oder Aktionärsrenten, die Energie steckt im Wohlstand des Chefs und der Belegschaft.

CO₂-Gehalt berechnen

Der EQ-Score macht durchaus Sinn, denn durch ihn sind nicht nur alle Waren innerhalb ihrer Qualitätsgruppe vergleichbar, wir können sofort nach dem Primärenergiediagramm aufschlüsseln wieviel der verschiedenen Energieträger aufgewendet wurden und wieviel CO₂ verbraucht wurde. Der EQ-Score ist die erste Kenngröße, die freilich auch ihre Schwächen hat, jedoch eine solche Aufschlüsselung ermöglicht.

Wie EQ-Score bewertet

Gut und schlecht gestalten einander. Das beste Produkt setzt den besten EQ-Score, das schlechteste Produkt denn Schlechtesten. Ein offenes Bewertungsverfahren ist, wenn man eine Entwicklung anstoßen möchte wohl am Förderlichsten. Sollte es vielleicht einmal auf Verpackungen aufgedruckt werden, ist es unabdingbar die Jahreszahl mit abzudrucken, denn das was heute gut ist kann morgen schon mittelmäßig oder schlecht sein.

Ansonsten spielt auch die Produktart eine wesentliche Rolle: Die Produktart gibt die Kategorien vor unter welcher vergleiche sinnvoll und also möglich sind. Für Lebensmittel ist in erster Linie zu unterscheiden ob etwas konventionell oder in Bioqualität hergestellt wurde. Natürlich ist für z.B. Orangensaft aus Konzentrat, der Transportkosten wegen, weniger Energie aufgewendet worden als für Direktsaft. Aber hier haben sich ja die notwendigen Vergleichsgruppen der unterschiedlichen Preisgestaltung halber schon ausreichend gebildet.

EQ-Score
gut
App_EQ-Score_4
EQ-Score
EQ Score
EQ-Score rot
EQ-Score schwarz
schlecht

CO₂-Neutralität

CO₂-Neutralität kann der EQ-Score zwar fördern jedoch nicht erreichen. CO₂-Neutralität ist eine Qualitätsgruppe. Sie hat nicht in erster Linie etwas mit energetischer Optimierung zutun, dennoch wird man sie nie erreichen wenn man nicht im Bereich der Energieoptimierung alles Menschen mögliche unternommen hat.

Selbst Windkraftanlagen sind aus Beton, und ohne die Sache zu verraten, kann man sich nicht darüber hinwegsetzen dass am Schluss auch hier ein Rest bleibt, der mit energieintensiven CO₂-bindenden Maßnahmen beseitigt werden muss, wenngleich es sich doch hier, neben Solartechnik, Holz- und Strohhäusern, um eine der wenigen echten CO₂-minus-Projekte handeln kann.

Bei der Gestaltung von Steuerungsmechanismen, muss doch sehr darauf geachtet werden dass sich beide Anliegen – das der energetischen Optimierung und das der CO₂-Neutralität – nicht behindern, sonst können sie auch nicht zielführend sein. Sie gehören also zusammen wie Bruder und Schwester. Das CO₂-minus-Projekt lässt auch schon vermuten, dass der Begriff der CO₂-Neutralität förderungs- und entwicklungstheoretisch ungünstig gewählt ist.

Es spricht viel dafür das Kaufverhalten zu optimieren, wie man es beim Bio Label durchaus erfolgreich getan hat, indem also ein CO₂ Label einzuführen ist. Jenes muss die individuellen Anstrengungen jeder Firma hin zur Energie-Effizienz und CO₂-Neutralität bewerten. Es muss bei der Steuer mit geringen bürokratischem Aufwand erhoben werden, nur dann kann es zur steuerlichen Förderung und Erhebung überhaupt herangezogen werden. Zielführend wäre eine neue, für die Unternehmer lohnende Klasse bei den steuerlichen Abschreibungen einzuführen. Und wenn das CO₂ Label für den Kunden sichtbar ist trägt dies zusätzlich zur Kaufentscheidung bei, was natürlich zur schnelleren Amortisierung dieser energetisch sinnvollen und CO₂ reduzierenden Investitionen beiträgt. So die Theorie.

Wir wollen nicht verschweigen, dass die energetischen Entwicklungen durch die dem Wesen nach sozialistischen Eingriffe zu Gunsten energieintensiver Unternehmen, zurzeit oft ad absurdum geführt werden. Insofern nach Modernisierungen die Heizlüfter angeschmissen werden, und schließlich – durch den günstigeren Tarif als energieintensives Unternehmen – auch noch gespart werden kann, ist die dem Kapitalismus innewohnende Kraft zur energetischen Optimierung wesentlich beschädigt, und jede Anstrengung zur CO₂ Reduzierung (die auch noch teurer war als der Standard und also bei der Herstellung noch mal mehr Energie verbraucht hat) erzeugt nur zusätzliches CO₂ ohne sich über die Lebensdauer amortisieren zu können.

Beim CO₂ Label indes sollte auch von dem aus dem Taoismus stammenden Grundsatz das Gut und Schlecht sich gegenseitig gestalten Gebrauch gemacht werden. Und wenn je nach Branche ein Hersteller nur ein wenig besser ist als die Konkurrenz und doch unter ihnen der Beste ist, so muss man ihm das Grüne Label geben. Denn was heute gut ist, wird morgen schon schlecht oder Mittelmaß sein. So kommt endlich die Entwicklung in Gang und man läuft nicht Gefahr durch das hineinlügen falscher Tatsachen die Sache zu verraten noch bevor sie begonnen hat.

Das Gute im Wirtschaftssystem

Eine Ware ist selten mehr als eine Idee die durch Energie in Form gebracht wird. Hat ein Hersteller Ideen den Produktionsablauf energetisch zu optimieren, kann er die Ware günstiger anbieten. Dieser systemimmanente Druck zur stetigen energetischen Optimierung ist aus betriebswirtschaftlichen Gründen zwingend und wird insbesondere vom Konkurrenzkampf getrieben. Es mag für manche eine bittere Pille sein dass Konkurrenz der maßgeblichste Grund ist weshalb der Kapitalismus ein effektives System ist. Es handelt sich um einen kultivierten Kampf der im Wesentlichen „Schwerter zu Flugscharen (z.g.m. Smartphones*)“ wandelt, uns bereichert und beschenkt, solange der Geist am Gut wirkt, es verbessert, erdenkt und verwirklicht. Doch wenn der Wandel von der Flugschare zum Smartphone nicht wär, dann hat man auch keinen Kapitalismus mehr. Der Konkurrenzkampf ist sowohl Qualitäts- als auch Innovationstreiber, gleichzeitig setzt er dem Interesse zur Profitmaximierung wirksame Grenzen. Solange genügend Konkurrenz da ist, multiplizieren sich diese Effekte mit jedem Marktteilnehmer, woraufhin sie erst ihre volle Wirklichkeit entfalten. Nur in diesem Spannungsfeld energetisch optimierter Güter ist die Herstellung mehrteiliger, höherer Güter wie Autos oder Smartphones überhaupt erst möglich. Bei allen Unzulänglichkeiten des Kapitalismus – die diese Erkenntnis freilich nicht berühren – ist dieser Prozess ständiger energetischer Optimierung hauptverantwortlich für seine Effizienz. Ein anderer Grund ist von ethischer Natur: „Das Gute liegt in jeglichem Zweck, der zu einem Gut führt“, sagt Aristoteles. Wer also eine Idee von einer Ware haben möchte, muss sich Gedanken machen, ergründen was herstellbar ist, für jemanden nützlich und also ein „Gut“ ist. Dadurch gibt auf der Welt fast nur positive Güter, und die Namensgebung im Englischen wie im Deutschen ist gewiss kein Zufall.
*zeitgemäßes, beliebiges, modernes Gut